Schritte zur RZ-Modernisierung

Rechenzentren fit für die Zukunft machen – Teil 2

Wichtige Schritte auf dem Weg zur RZ-Modernisierung

Viele unserer Kunden haben das Ziel ihre IT-Infrastruktur zukunftsfähig zu gestalten. Damit der Weg zur Umsetzung kein Mammut-Projekt wird, gilt es aufs Detail zu achten. Eine individuelle, ganzheitliche Betrachtung der IT-Applikationen, Prozesse & Strukturen bildet den Anfang. Welche weiteren Schritte auf dem Weg zur RZ-Modernisierung wichtig sind, erklärt unser Prozessverantwortlicher Martin Lukas im Interview.

Rosenberger OSI führt eine komplette Site Survey durch, bei der die IT-Infrastruktur tiefgreifend analysiert wird. Wie ist dabei die Vorgehensweise?

Martin Lukas: „Das ist ein detailreicher Prozess. Wir sprechen mit dem Kunden über seine IT-Strategie, sein Geschäftsmodell, seine Anwendungen und seine Pain Points. Darauf aufbauend starten wir unsere Analyse und klopfen die bestehende IT-Infrastruktur auf diese Gesichtspunkte ab. Daraus entwickeln wir zunächst einen Planungsvorschlag. Unsere Services decken alle Stufen der RZ-Konsolidierung ab, angefangen bei der Beratung zur Entwicklung einer IT-Strategie über die Entscheidungsfindung und das Erarbeiten eines detaillierten Konzepts bis hin zur Begleitung bei der Realisierung der Maßnahmen.“

Was ist ausschlaggebend für die Entscheidung für eine bestimmte Lösung?

Martin Lukas: „Letztendlich steht die Technik nur an zweiter Stelle. Mehr Gewicht liegt auf dem Business-Modell, das in eine geeignete IT-Strategie überführt werden muss. Daran entscheidet sich, wo die Applikationen laufen und die Daten liegen. Dementsprechend ist die Analyse ergebnisoffen und berücksichtigt neben zentralem Rechenzentrum auch Edge- und Cloud-Computing als relevante Optionen.“

Das klingt ganz schön komplex: Auf der einen Seite das Business-Modell, auf der anderen Seite die technischen Anwendungen. Eine optimale Lösung zu finden bedarf sicherlich entsprechender Erfahrung bzw. Know-How?

Martin Lukas: „Ja, häufig entwickeln sich entsprechende Projekte schnell zu einer Mammut-Aufgabe. Denn alleine schon die strategische Entscheidung zum Betriebsmodell erfordert umfangreiche Vorarbeiten zu Planung und Konzeption. Je nach Gewichtung der drei grundlegenden Optionen – On-Premises (inklusive Private Cloud), Colocation oder Public Cloud – sieht das weitere Vorgehen höchst unterschiedlich aus. Aufgrund der zahlreichen Projekte, die wir bereits abgewickelt haben, können wir aus einem breiten Erfahrungsschatz schöpfen.“


Vorgehensweise zur Rechenzentrums-Konsolidierung

1. Betrachtung der IT-Gesamt-Strategie:

  • Wie ziehen Sie sie maximalen Nutzen aus den Optionen einer typisch hybriden Systemumgebung mit Cloud- und On-Prem-Anteilen?
  • Was ist sinnvoll und was ist notwendig bei der Platzierung Ihrer IT-Systeme?
  • Was sind Vor- und Nachteile, die sich aus einer Cloudifizierung für Ihre IT-Standorte ergeben?
  • Ist Outsourcing in ein Colocation-Rechenzentrum wirklich noch „best-practice“?

2. Welche Systeme mit ihren Anwendungen sollen in der eigenen Bestands-IT On-Premises behalten werden?

  • Ist das jetzige Rechenzentrum fit dafür?
  • Oder gibt es Bedarf eine Erneuerung durchzuführen, evtl. sogar einen Neubau, Umbau oder eine Revitalisierung?
  • Wie kann ein Konzept dafür aussehen?

3. Analyse & Erstellung eines maßgeschneiderten Konzeptes 

  • Analyse der Bestands-IT
  • Beratung:
    - Was ist die richtige Ausrichtung für Ihre Systemcluster inklusive der Redundanzen an den bisherigen Standorten?
    - Wie kann die zukünftige Strategie in der IT-Infrastruktur ausschauen?
  • Site Survey mit Ergebnispräsentation

Welche aktualisierten Anforderungen gilt es bei der Umsetzung eines RZ-Projektes zu beachten?

Martin Lukas: „Jede Veränderung an der Infrastruktur – sei es, weil das Rechenzentrum geschlossen, in der Größe verändert oder einfach nur verlagert wird – ist Anlass zur Umsetzung neuer und aktualisierter Anforderungen. “

Welche sind da konkret zu nennen?

Martin Lukas: „Dazu zählt beispielsweise, Strukturen grundlegend DSGVO-konform zu gestalten. Dann die Unterstützung für das in der Corona-Pandemie verstärkt genutzte Arbeiten aus dem Home-Office. Zur Weiterentwicklung der IT und darauf basierenden Prozesse gilt es, Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI/AI), Machine Learning (ML) oder Robot Process Automation (RPA) bereitzustellen. Zudem muss die Absicherung der Unternehmens-IT und der Datenbestände mit hoher Priorität verbessert werden. Das gilt insbesondere für KRITIS-Unternehmen, deren Kreis erst kürzlich nochmals ausgeweitet wurde.“

Was genau heißt das für die Betreiber von Rechenzentren?

Martin Lukas: „Zunächst einmal müssen Unternehmen klären, ob sie unter die neue KRITIS-Verordnung fallen. Die erneuerte Verordnung zum Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) gilt seit dem 1. Januar 2022. Betroffene Unternehmen sind verpflichtet, ihre IT dem Stand der Technik entsprechend branchenspezifisch und angemessen abzusichern. Konkretere Vorgaben finden sich in branchenspezifischen Standards und Normen, beispielsweise im Sicherheitsstandard B3S und ISO 27799 für den Medizinbereich. Wir empfehlen allen solchen Unternehmen, eine kritische Bestandsaufnahme und eine eingehende Analyse durchzuführen, um mögliche Abweichungen zwischen dem Ist- und dem Soll-Zustand detailliert zu erfassen und zu bewerten.“

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie zu den Betreibern Kritischer Infrastrukturen im Sinne der BSI gehören und von den gesetzlichen Regelungen betroffen sind? Machen Sie mit uns den unverbindlichen Quick-Check. 
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Interview mit:
Martin Lukas, Prozessverantwortlicher Services

Martin Lukas ist seit 9 Jahren Prozessverantwortlicher Services und dabei verantwortlich für die Dienstleistungen, welche Rosenberger OSI im Rechenzentrumsumfeld anbietet. Das betrifft die Planung, den Bau und den Betrieb der Infrastruktur im Rechenzentrum.