Effiziente Installationsprojekte

Praxisorientierte Ansätze für die Umsetzung effizienter Installationsprojekte

  

Tests, Normen und moderne Verkabelungslösungen im Rechenzentrum

Installationsprojekte im Rechenzentrum erfordern präzise Planung, höchste technische Standards und eine effiziente Umsetzung. Ein zentrales Element dabei ist die Verkabelung – sie sorgt für stabile Verbindungen, hohe Leistungsfähigkeit und langfristige Betriebssicherheit.

Im Interview mit Samuel Premkumar, Senior Executive für Services bei Rosenberger OSI, sprechen wir darüber wie Normen, Prüfungen und Performance-Nachweise den Erfolg von Installationsprojekten sichern.

Inhaltsverzeichnis:

  

Welche Verkabelungslösungen kommen bei der Installation eines Rechenzentrums typischerweise zum Einsatz?

Bei der Installation eines Rechenzentrums setzen wir auf verschiedene Verkabelungslösungen, je nach den spezifischen Anforderungen und Vorgaben des Kunden:

  • Rosenberger OSI Produkte: Ein wesentlicher Bestandteil unserer Verkabelungslösungen sind Rosenberger OSI Produkte.
  • Fremdfabrikate: Zusätzlich verwenden wir Fremdfabrikate, wenn es vom Kunden gewünscht oder erforderlich ist. Hierzu gehören zum Beispiel Kunststofftrassen-Systeme und Metalltrassen, die für die Kabelführung und -organisation wichtig sind. Auch PDU’s (Power Distribution Units) und IT-Hardware wie Rack & Stack Racks kommen je nach Projektanforderung zum Einsatz. Diese Lösungen sind häufig nötig, um die Infrastruktur flexibel und skalierbar zu gestalten.

Letztlich orientieren wir uns an den Kundenvorgaben, um die passende Verkabelungslösung auszuwählen, die sowohl den technischen Anforderungen als auch den praktischen Aspekten des Projekts gerecht wird.

  

Welche Rolle spielen vorkonfektionierte Plug-&-Play-Lösungen für eine effizientere Installation?

Vorkonfektionierte Plug-&-Play-Lösungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Effizienzsteigerung von Installationen. Durch diese Lösungen müssen vor Ort keine Kabel mehr gespleißt oder aufwendig zusammengestellt werden, da sie bereits fertig konfektioniert und sofort einsatzbereit sind. Das bedeutet eine erhebliche Zeitersparnis für die Installationsteams, da sie nicht mehr mit komplexen Vorbereitungen und Anpassungen zu tun haben. 

In vielen Projekten sind solche vorkonfektionierten Produkte mittlerweile sehr üblich und gehören zum Standard. Die Kabel und Anschlüsse kommen direkt in der benötigten Form zum Projekt, was den gesamten Prozess vereinfacht und beschleunigt. Besonders beim Spleißen, das früher viel Zeit in Anspruch nahm, fällt dieser Schritt jetzt weg, was die Montage vor Ort deutlich schneller und effizienter macht.

  

Welche Standards und Normen müssen bei der Installation eines Rechenzentrums eingehalten werden?

Bei der Installation eines Rechenzentrums müssen wir sicherstellen, dass alle relevanten Standards und Normen eingehalten werden, um sowohl die Sicherheit als auch die langfristige Funktionsfähigkeit der Infrastruktur zu gewährleisten. Hier sind die wichtigsten Normen, die wir berücksichtigen:
EN 50600: Diese Norm ist für die Planung und den Betrieb von Rechenzentren relevant und deckt verschiedene Aspekte wie die Gebäudestruktur, Energieeffizienz, Klimatisierung und Sicherheitsanforderungen ab. Je nach den Anforderungen des Projekts kann diese Norm eine zentrale Rolle spielen.

EN 50173/74: Diese Normen befassen sich mit der Verkabelungsstruktur für Kommunikationssysteme und legen die Spezifikationen für die Datenverkabelung sowie deren Installation fest. Sie sind besonders wichtig für die richtige Planung und Ausführung von Netzwerken und Kommunikationssystemen innerhalb des Rechenzentrums.

VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen): Wenn es um bauliche oder infrastrukturelle Aspekte geht, wie beispielsweise den Ausbau von Flächen oder die Installation von Trassen und Kabeln, muss die VOBbeachtet werden. Diese Norm ist besonders relevant, wenn es um Ausschreibungen und Verträge geht.

Je nach Art der Anforderung oder Ausschreibung können zusätzliche Normen oder spezifische Anforderungen hinzukommen. Wir stellen sicher, dass alle relevanten Vorgaben eingehalten werden, um den reibungslosen und normgerechten Ablauf der Installation zu garantieren.

  

Wie werden LWL-Verkabelungen geprüft und dokumentiert?

Die Prüfung und Dokumentation von LWL-Verkabelungen erfolgt in mehreren wichtigen Schritten. Zunächst ist es Standard, dass bereits ab Werk Messprotokolle erstellt werden, um die Qualität der LWL-Verkabelung sicherzustellen. Nach der Installation wird die Verkabelung erneut vor Ort überprüft, meist mit einem sogenannten Pointer, der eine optische Überprüfung und Sicherstellung der Richtigkeit der Installation ermöglicht.

Auf Kundenwunsch kann zusätzlich eine Abnahmemessungmit speziellen Geräten wie dem OTDR (Optical Time Domain Reflectometer) oder einem Dämpfungsprüfgerät durchgeführt werden, um detailliertere Messwerte zu erhalten. Für Kupferverkabelungen werden Zertifizierer, wie etwa der Fluke DSX 8000, verwendet, um die Qualität und Einhaltung der Standards zu prüfen.

Die Messprotokolle werden in der Regel elektronisch zur Verfügung gestellt, können aber auf Wunsch auch in Papierform übergeben werden. Für die Dokumentation der Verkabelung selbst werden Paneele und die gesamte Infrastruktur sorgfältig gelabelt und beschriftet, um eine klare Zuordnung zu ermöglichen. Abschließend werden die Kabel und deren Positionen entweder in den Kundensystemen (wie z. B. DCIM) oder als Excel-Tabellen dokumentiert und übergeben, um eine lückenlose Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten.

  

Welche Tests werden nach der Installation durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit der Systeme sicherzustellen? Wie wird die IT-Infrastruktur vor der Inbetriebnahme auf Fehler überprüft?

Nach der Installation wird die Funktionsfähigkeit der Systeme umfassend geprüft, um sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß funktioniert. Das von der Firma Rosenberger OSI gelieferte Material kommt bereits ab Werk gemessen beim Kunden an – sowohl für LWL- als auch für Kupferverbindungen, da es sich dabei um Plug-and-Play-Systeme handelt. Dies garantiert, dass die Grundqualität und Funktionsfähigkeit der Verkabelung bereits vor der Installation überprüft wurde.

Während der Installation wird stets das 4-Augen-Prinzip angewendet, um die Qualität der Arbeit zu sichern. Das bedeutet, dass immer zwei Personen die Installation überwachen und kontrollieren, um Fehler frühzeitig zu erkennen.

Auf Wunsch des Kunden können zusätzlich noch spezielle Prüfungen vor Ort durchgeführt werden, die jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden sind. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem:

  • Optische Überprüfung der Stecker-Stirnflächen mittels eines Videomikroskops, um sicherzustellen, dass keine Schäden oder Verunreinigungen an den Steckern vorliegen.
  • Pointen der LWL-Kabel zur Überprüfung des Lichtverlaufs, um sicherzustellen, dass keine Unterbrechungen oder Störungen im Signalfluss vorhanden sind.
  • ODTR-Messungen (Optical Time Domain Reflectometer) vor Ort, um die Dämpfung und den Zustand der LWL-Verbindungen genau zu messen.
  • Dämpfungsmessungen vor Ort, um sicherzustellen, dass die optischen und elektrischen Signale korrekt übertragen werden und keine Störungen vorliegen.
  • Cat 7 Messung für Kupfer-Trunks, um die Leistungsfähigkeit der Kupferverbindungen zu prüfen und sicherzustellen, dass sie den Anforderungen für hohe Übertragungsraten entsprechen.

Diese zusätzlichen Tests helfen dabei, potenzielle Fehlerquellen zu identifizieren und die IT-Infrastruktur vor der endgültigen Inbetriebnahme auf Fehlerfreiheit zu überprüfen.

  

Im Interview:
Samuel Premkumar, Senior Executive für Services

Samuel Premkumar ist Projektleiter und Führungskraft bei Rosenberger OSI und verantwortet den strategischen Aufbau der europäischen Serviceorganisation. Basierend auf in Deutschland erfolgreich etablierten Organisationsstrukturen gestaltet er die europäische Ausrichtung von Servicebetrieb, Geschäftsentwicklung und Kundenstrategien. In dieser Rolle prägt er maßgeblich die Weiterentwicklung von Rosenberger OSI – zu einem ganzheitlichen Lösungsanbieter und einem serviceorientierten Partner für digitale und KI-Infrastrukturen.

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