Colocation Rechenzentrum: Infrastruktur für alle Ansprüche gewappnet

  

In der Nähe von Hannover ist ein neues Colocation Rechenzentrum von Avacon „auf der grünen Wiese“ entstanden. Die verfügbaren Flächen werden schrittweise erschlossen und belegt. Da sich die konkreten Anforderungen der Kunden sowie die Ausstattung der Cages im Vorfeld nicht eindeutig prognostizieren lassen, kommt für die gesamte passive Infrastruktur ein maßgeschneidertes Verkabelungskonzept von Rosenberger OSI zum Einsatz. Dieses ist mit geringem Aufwand erweiterbar und flexibel an unterschiedlichste Anwendungsszenarien anpassbar.

Die Avacon-Gruppe ist eines der größten regionalen Energieversorgungsunternehmen Deutschlands und Partner für regionale Energielösungen in den Bereichen Strom, Gas, Wasser, Wärme, Kälte, Mobilität und Beleuchtung. Darüber hinaus betreibt die Tochter Avacon Connect in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt Breitband-Glasfasernetze für Internet- und Telekommunikationsdienstleistungen. Als weiterer Angebots-Baustein kam im vergangenen Jahr ein Colocation Rechenzentrum hinzu. Dieses wurde gemeinsam mit dem Telekommunikationsanbieter envia TEL, Tochter des ostdeutschen Energiedienstleisters Envia Mitteldeutsche Energie (enviaM) und Teil der EON-Gruppe, am Standort Sehnde im Großraum Hannover errichtet.

  

Anforderungen an moderne Colocation Rechenzentren: Sicherheit, Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit

Nach einem Jahr der Vorbereitungen erfolgte im Juli 2024 der erste Spatenstich. Das Colocation-Rechenzentrum soll im Endausbau eine Fläche von 2.000 Quadratmetern umfassen und Platz für 28.000 Kundenserver bieten. Insgesamt 40 Millionen Euro werden in das Projekt fließen. Der Anspruch ist, ein hochfunktionales Rechenzentrum zu errichten, das Sicherheit, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit miteinander vereint und neue Maßstäbe für die digitale Infrastruktur in Niedersachsen setzt.

Zum Sicherheitskonzept zählen modernste Klimatechnik, Brandschutz und eine 24-Stunden-Überwachung durch eine eigene Leitstelle, dazu eine mehrfach redundante Anbindung ans Glasfasernetz. Ausdrücklich werden mit diesem Projekt Unternehmen mit höchsten Anforderungen an Datensicherheit und -verfügbarkeit und Betreiber kritischer Infrastrukturen adressiert, wie etwa Stadtwerke oder Krankenhäuser. Deshalb strebt der Betreiber auch mehrere Sicherheitszertifizierungen an, darunter die zweithöchste Sicherheitsstufe der europäischen Rechenzentrumsnorm.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wird die Fassade begrünt, was zugleich eine natürliche Klimatisierung gewährleistet. Hinzu kommen eine Stromversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, inklusive einer eigenen PV-Anlage, und eine vorbereitete Abwärmeauskopplung.

Die angebotenen Datacenter-Leistungen reichen von der Buchung von dezidierte Racklösungen bis hin zum privaten Bereich im zugangsgesicherten Server Cage.

  

Flexible Infrastruktur für Colocation-Anforderungen

Der Neubau des Colocation-Rechenzentrums „auf der grünen Wiese“ ermöglichte es, neueste Technologien und Konzepte in die Planung einzubeziehen – anders als bei einem Retrofit, bei dem vorhandene Installationen weiterentwickelt und Rücksicht auf vorhandene Topologien genommen werden muss.

Dennoch gab es auch hier Herausforderungen zu bewältigen. Eine davon betrifft die Flexibilität der internen Verkabelung. Denn insbesondere für Kunden, die Server Cages nutzen wollen, lässt sich im Vorfeld schlecht abschätzen, welche Anforderungen diese stellen. Dementsprechend musste die Infrastruktur so geplant werden, dass damit möglichst viele Anwendungsszenarien abgebildet werden können, ohne größere Umbauten nach sich zu ziehen. Dabei konnten die Projektpartner auf die Erfahrungen von envia TEL beim Bau des Datacenter II in Leipzig zurückgreifen.

  

Technologie für skalierbare Colocation-Rechenzentren

Daraus ergaben sich gleich mehrere Anforderungen, die die Auswahl der Netzwerkkomponenten stark beeinflusste. Hohe Bandbreite und niedrige Latenz sind die unabdingbaren Voraussetzungen, bei gleichzeitig hoher Energie-Effizienz. Für die notwendige Flexibilität ist ein Mischbetrieb von Glasfaser- und Kupferkabeln nötig. Die angestrebten Sicherheitszertifizierungen sind zudem nur mit einer Hardware zu erreichen, die hohe Zuverlässigkeit gewährleistet.

Die Entscheidung fiel schließlich auf das 19-Zoll-Gehäusesystem PreCONNECT® SMAP-G2 Standard Density (SD) von Rosenberger OSI sowie Patchkabel auf Basis von LWL- und Kupferkabeln aus dem gleichen Haus. Die Komponenten erfüllen nicht nur die technischen Voraussetzungen des Verkabelungskonzeptes, sondern bedienen auch die weiteren Anforderungen eines Colocators, etwa in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Betriebssicherheit.

  

Zukunftssichere 19-Zoll-Verteilerlösungen für flexible LWL-Verkabelung

Das 19-Zoll-Gehäusesystem ist in verschiedenen Varianten mit unterschiedlicher Portzahl und -ausführung mit 1, 2, 3 oder 5 HE in 200 oder 300 mm Tiefe erhältlich. Zur Verfügung stehen Verteilgehäuse zur Aufnahme von werkskonfektionierten Kabeln aller Art und als Spleißgehäuse. Sie zeichnen sich aufgrund des kunststoffreduzierten Designs durch eine niedrige Brandlast aus und sind schnell und flexibel an die aktuellen Bedürfnisse anpassbar. Zudem ist ein Mischbetrieb von LWL- und Kupferverkabelungen möglich.

So belegt beispielsweise der PreCONNECT® SMAP-G2 SD nur 2 HE. Die obere Hälfte der Anschlüsse ist mit einem silbernen Blindrücken geschützt, bis die Ports bei einem weiteren Ausbau benötigt werden. Dann lässt sich der Schutz mittels der beiden unverlierbaren Schnellverschlüsse ohne Werkzeugeinsatz demontieren; anschließend müssen lediglich die weiteren Trunks in das Gehäuse eingeführt werden.

Zur servicefreundlichen Montage tragen zum einen der modulare Aufbau bei, als auch die PreCONNECT®-Vierkantschnittstelle, die eine werkzeuglose Befestigung der Trunkkabel ermöglichen. Hinzu kommt eine Vielzahl von leicht austauschbaren Rückwänden zur Kabelabfangung.

Sollten die Switches bei einem künftigen Technologie-Update gegen Geräte mit einem anderen Steckergesicht ausgetauscht werden, muss der Patchverteiler nicht entfernt werden. Stattdessen können die Teilfrontplatten mit Bürstenplatten gegen solche mit SN-Kupplungen ausgetauscht werden. Mittels Patchkabeln lassen sich zudem die Trunks weiternutzen, sodass die hier eingesetzte Technologie einen hohen Investitionsschutz gewährleistet und die Umrüstung mit geringem Aufwand ermöglicht.

Ganzheitliche Umsetzung für den Colocation-Betrieb

Wesentliche Teile des Innenausbaus übernahmen Mitarbeiter von Rosenberger OSI. Sie installierten die gesamte passive Infrastruktur, also Verteilgehäuse und die Patchkabel sowie der zugehörigen Yellowduct-Kabelkanäle. Ebenso den Aufbau der Serverschränke in den IT-Bereichen und den Cages, inklusive der Schließanlage für die Server Cages. Auch die Erstellung von Boden-Ausschnitten fiel in das Aufgabengebiet der Verkabelungsexperten.

  

Services aus einer Hand

Wesentliche Teile des Innenausbaus übernahmen Mitarbeiter von Rosenberger OSI. Sie installierten die gesamte passive Infrastruktur, also Verteilgehäuse und die Patchkabel sowie der zugehörigen Yellowduct-Kabelkanäle. Ebenso den Aufbau der Serverschränke in den IT-Bereichen und den Cages, inklusive der Schließanlage für die Server Cages. Auch die Erstellung von Boden-Ausschnitten fiel in das Aufgabengebiet der Verkabelungsexperten.

  

Besonderen Wert legte der Kunde dabei neben der Einhaltung aller Arbeitssicherheitsvorschriften auf eine saubere Planung aller Installationsschritte über den gesamten Projektverlauf - insbesondere im Hinblick auf fachgerechte Umsetzung der Installation. Dies war unabdingbar, da diese mit allen anderen Gewerken koordiniert werden mussten, wie etwa dem Einbau der Klimatisierung. So war eine enge Abstimmung mit dem Projektmanager envia TEL und dem Generalunternehmer unabdingbar. Letzterer musste alle Entscheidungen bewilligen – so konnten auch Verzögerungen aufgrund von Verzugs anderer Gewerke zur Zufriedenheit aller bewältigt werden.

Erfolgreiche Inbetriebnahme des Colocation Rechenzentrums

Inzwischen sind alle Abnahmen erfolgt und die Infrastruktur freigegeben. Daher hat vor Kurzem die Vermarktung und die Besiedlung der White-Space-Flächen begonnen. Zunächst stehen in dem Colocation Data Center rund 1.000 Quadratmeter zur Verfügung. Bei Bedarf wird in einem zweiten Bauabschnitt der Vollausbau auf 2.000 Quadratmeter realisiert – mit einem bewährten Verkabelungskonzept.

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